FBsp 1: Gentechnik-Mücken 2014: Update 10.09.2019

Die gentechnisch veränderte »aedes aegypti« (Moskitos) haben sich in weniger als 5 Jahren rasant ausgebreitet. Der Anteil der modifizierten Spezies beträgt in einigen Regionen im Nordosten Brasiliens bereits bis zu 60 Prozent.[1]

In einem Versuch, die durch Moskitos übertragene Krankheiten Gelbfieberarten, Dengue-Fieber, Chikungunyafieber und Zika zu kontrollieren, ist ein Stamm von transgen modifizierten »aedes aegypti«[2] Moskitos entwickelt worden, der ein dominantes letales Gen enthält. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit hat das Unternehmen Oxitec Ltd. geleistet. Sobald das Letalitätsgen vollständig verbreitet wäre, sollte die Freisetzung dieser neuen GVO-Population die bestehende Gesamtpopulation nach und nach reduzieren. Ungefähr 450.000 Männchen dieser Sorte waren 27 Monate lang wöchentlich in Jacobina, im Bundesstaat Bahia in Brasilien, freigelassen worden. Der Freisetzungsstamm und die Ziel-Jacobina-Population waren – vor der Freisetzung – für 21.000 Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNP)[3] genotypisiert worden. Genetische Entnahmen der Zielpopulation waren jew 6, 12 und 27-30 Monate nach der Freisetzung durchgeführt worden. Einige lebensfähige Hybridnachkommen des Freisetzungsstammes wind offensichtlich derart robust, dass sie sich nunmehr in der Jacobina-Population »auf natürliche Weise« reproduzieren. Der freigesetzte Stamm ist kubanischen Ursprungs; er wurde iwF mit einer mexikanischen Population überkreuzt. Somit ist diese neue »Jacobina aedes aegypti« nunmehr eine Kreuzung dreier Populationen.

Es ist unklar, wie sich solch ein Freisetzungsunfall[4] in Zukunft auf die besagten Krankheiten auswirken wird. Dieser Vorfall zeigt auf, wie wichtig es ist, Überwachungsprogramme einzurichten, um in jedem Fall Ergebnisse zu ermitteln.[5]

Noch unklarer ist, inwieweit sich die neue Spezies auf das Ökosystem auswirken und die Biodiversität aus ihrer Balance geraten wird? Die Ausbreitung auch auf den europäischen Kontinent ist schon ab 2020 denkbar, der Klimawandel begünstigt die Ansiedelung der »Jacobina aedes aegypti«.

[1]       Prophezeiung? Das in dieser Untersuchung, die im Jahre 2016 ihren Ausgang genommen hat, mehrfach angekündigte Szenario, hat sich nun auch bewahrheitet.

[2]       Aedes aegypti – ägyptische Tigermücke, auch Gelbfiebermücke oder Denguemücke genannt, ist eine (sub-)tropische Stechmückenart.

[3]       SNP, en: single nucleotide polymorphism.

[4]       Kap XI. E. 9. »GVO-Unfälle (§ 4 Z 12 und Z 13 GTG)«, S. 672 ff.

[5]       Vgl Evans B. et al, Transgenic Aedes aegypti Mosquitoes Transfer Genes into a Natural Population, in:  Scientific Reports, Bd 9, Ausgabe 13047, 10.09.2019, DOI: 10.1038/s41598-019-49660-6, [Abstract durch den Verfasser frei aus dem Englischen übersetzt!].

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