Die DIY-Bio bezeichnet eine mittlerweile globale Bewegung der »Open Science Community«, die ihren Ausgang in den USA genommen hat. Sie strebt danach, die wundervolle Welt BioTech, die nicht zwangsläufig auch die GT einschließen muss, auch für »Laien« – unabhängig von Forschungsinstitutionen und industriellen Einrichtungen – zu eröffnen, um den Fortschritt iSd Menschheit voranzutreiben und negative Entwicklungen, die insb durch die Kapitalisierung natürlicher Ressourcen entstanden sind und noch entstehen, sogar umzukehren. Insb »Patente auf Natur und Leben« werden durch die Offenlegung der Daten erschwert.

Der Schwerpunkt liegt ua auch auf dem sog »crowdsourcing of data«, also der gemeinsamen Datensammlung und auf dem CPI[1], das im Jahre 2007 der NanoTech entsprungen ist.[2],[3] Die gemeinsame Forschung aber auch Entwicklung schafft ein lebendiges, dynamisch-progressives Inventarium an Ressourcen und Know-how für jene,[4] die in Erfahrung bringen möchten, wie die NanoTech den Markt erobert. Derselbe Prozess findet nun im Rahmen der SynBio/DIY-Bio statt, mit einer buchstäblich (A, G, C, T, U) unendlichen Anzahl von Möglichkeiten.

Setzt man das Alter des Uiversums großzügig statt 13,81 ± 0,04 Milliarden Jahr mit 15 Milliarden Jahren an und stellt dem die Jahre, die die Natur benötigt, auch nur ein Protein im Wege eine zufälligen Anordnung von Aminosäuren zu bauen (Ursprung des Lebens), so sollte klar sein, dass konventionelle Forschungseinheiten und Industriekonzerne im Laufe der verbleibenden Menschheitsgeschichte der DIY-Bio bedarf, um ein bis zwei Nullen wegzubekommen.

Alter des Universums Jahre zur Proteinbildung
15.000.000.000 1.019.113.394.216.134.070.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.00.0

Tab 41: Leben und Wahrscheinlichkeit der Proteinbildung durch natürliche Selektion.[5]

Der Terminus DIY-Biologen* hebt die Differenzierung zu akademische DIY-Biologen* hervor.[6]

Die DIY-Bio-Szene ist längst organisiert und unterwirft sich selbst ethischen Grundsätzen und Richtlinien,[7] die dem europäischen Gesetzgerber* durchaus als Vorlage und Vorbild dienen könnten.[8], [9] Ein wichtiger Prozess DIY-Bio-Bewegung ist die Demokratisierung der Wissenschaften, weshalb sie nicht auf die DIY-Bio einzuschränken sein darf, sondern alle neuen Technologien multi- und interdisziplinären Wissenschaften einzubeziehen sind.

  1. CPI – Consumer Products Inventory.
  2. Vgl Vance, M. E. et al, Nanotechnology in the real world: Redeveloping the nanomaterial consumer products inventory, in: Beilstein Journal of Nanotechnology, 6, 1769-178, DOI 10.3762/bjnano.6.181.
  3. Kap XIV. D. »Nanotechnologie«, S. 1012 ff.
  4. Verbraucherinnen*, Bürger*, politische Entscheidungsträgerinnen* uvm.
  5. Vgl etwa Bernhardt, H. S., The RNA world hypothesis: the worst theory of the early evolution of life (except for all the others)a, in: Biol Direct, 2012; 7: 23, 13.07.2012, DOR: 10.1186/1745-6150-7-23.
  6. Derndorfer Daniel im Intwerview mit Sommavilla Fabian vom 25. Juni 2019 in der Standard; „Uns treibt der kreative, frei zugängliche und selbständige Umgang mit Forschung an.“.
  7. Vgl bereits Study of Bioethical Issues’ 2010: „The Ethics of Synthetic Biology and Emerging Technologies“.
  8. Vgl Grushkin D., Kuiken T., Millet, Seven Myths and Realities about Do-It-Yourself Biology, in: Science and Technology Innovation Program, 18.03.2014 uVwa den Report des Wilson Centers in Cambridge (Massachusetts), einer unabhängigen Forschungseinrichtung des US-amerikanischen Kongresses, basierend auf einer Umfrage, den DIY-Bio Survey Results auf 249 Seiten, vom 09.09.2013.
  9. http://www.synbioproject.org/site/assets/files/1290/DIY-Bio_community_survey_appendix.pdf?