Themenschwerpunkt 161: NanoTech und SynBio [S. XXXIII:77].

Da die SynBio[1] in multiple Wissenschaftsbereiche hineinreicht und das GTR trotz der kasuistischen Rsp des EuGH an seine Grenzen stößt, muss das Auflösen naturwissenschaftlicher Grenzen auch dahingehend untersucht werden. Die SynBio nähert sich der NanoTech an, der Bereiche der Molekular- und Nanobiotechnologie verschmelzen. Das metabolische Ingenieurwesen lässt sich nicht mehr der klassischen GT zuordnen und Methoden, wie GE, BE oder PE, lassen immer weniger als GV-Verfahren einordnen.[2]

Solange der SynBio-Begriff nicht definiert ist, verstößt eine generelle Einordnung der „synthetischen Biologie“ gg den Bestimmtheitsgrundsatz. Ein Gesetz muss erkennen lassen, welche Rechtsobjekte und -subjekte von der Regelung betroffen sind.

Die SynBio ist eine Weiterentwicklung von Bio- und Gentechnologien. Selbst wenn man die Grenzen der GV-Verfahren immer wieder verschiebt, ist irgendwann der Zenit erreicht. Auf den Paradigmenwechsel ist durch eine innovative BSN-VO (EG) de lege ferenda zu reagieren.

Lässt sich SynBio iwS juristisch zT noch analog zum GTR behandeln, sie ist des bei der SynBio ieS biowissenschaftlich und rechtsmethodisch nicht mehr zulässig.

SynBio: Definitionsansätze

Es gibt keine offizielle oder Legaldefinition der SynBio oder der synthetischen Genomik.

Abb 86: Trans- und Interdisziplinarität der SynBio[3]

Die SynBio sei der Entwurf und der Bau neuer biologischer Teile, Geräte und Systeme und die Neugestaltung bestehender natürlicher biologischer Systeme zu nützlichen Zwecken.[4]

SynBio ist die Anwendung von Wissenschaft, Technologie und Ingenieursarbeit, um das Design, die Herstellung und/oder die Veränderung von genetischen Materialien in lebenden Organismen zu ermöglichen und zu beschleunigen. [5]; [6]; [7],[8];

Die SynBio könne aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden, die zusammen die Nützlichkeit und Vielseitigkeit der Biologie erklärten. Ein roter Faden sei, dass die SynBio eine wissenschaftliche Disziplin ist, die sich auf chemisch synthetisierte DNA sowie standardisierte und automatisierbare Prozesse stütze, um die Bedürfnisse des Menschen durch die Schaffung von Organismen mit neuen oder verbesserten Eigenschaften oder Merkmalen zu befriedigen.[9]

Die Akademien drücken ihre Definition der SynBio auf unterschiedliche Weise aus, einigen sich jedoch auf eine Kernbedeutung: „Das gezielte (Neu-) Entwerfen und Konstruieren neuartiger biologischer Systeme, um neue Funktionen zu erfüllen, die sich auf Prinzipien stützen, die aus der Biologie und dem Ingenieurwesen hervorgehen“.[10]

Um ein allgemeines, dieser Forschungsarbeit als Grundlage dienendes Verständnis für die SynBio entwickeln zu können, ist nachfolgende Definition zu bemühen:

„Als Synthetische Biologie wird ein Fachgebiet im Grenzbereich von Biologie, Chemie, BioTech, Ingenieurwissenschaften und Informationstechnologie bezeichnet. Es basiert auf den Erkenntnissen und Methoden der Molekular- und Systembiologie, insbesondere der Entschlüsselung kompletter Genome und den technologischen Fortschritten bei der Synthese und Analyse von Nukleinsäuren. Das der Synthetischen Biologie zugrundeliegende Konzept ist die Erzeugung neuer biologischer Systeme, die so nicht in der Natur vorkommen, sowie das Design von einzelnen Molekülen, Zellen und Organismen mit neuen Eigenschaften mithilfemolekularbiologischer Arbeitsschritte und standardisierter ingenieurwissenschaftlicher Prinzipien.

Dabei werden verschiedene Strategien verfolgt:

  • maschinelle, synthetische Herstellung und Sequenzierung von DNA;
  • Synthese von Protozellen mit Merkmalen lebender Zellen mithilfe biochemischer Substanzen ohne konkretes biologisches Vorbild;
  • Konstruktion von Minimalzellen mit synthetisch hergestellten Genomen;
  • Integration artifizieller, biochemischer Systeme in Lebewesen zur Erzielung neuer Eigenschaften;
  • Aufbau chemischer Systeme (neue Biomoleküle) entsprechend den biologischen Vorbildern, sodass diese bestimmten Eigenschaften (traits) von Lebewesen aufweisen;
  • Reduktion von Organismen auf rudimentäre Systemkomponenten zwecks Erzeugung biologischer, auf externe Reize reagierender Schaltkreise durch den Einbau standardisierter Biobausteine (BioBricks).[11]

Bislang haben sich drei wissenschaftliche Gremien der EU um eine engere Definition und Einordnung des Begriffs SynBio bemüht. Im Ergebnis steht eine Ende 2015 abgeschlossene Behandlung des Themas (closed consultation), obwohl die SynBio da erst so richtig Fahrt aufgenommen hat.

Synthetic Biology I 2014

Definition

Synthetic Biology II 29.04.2015

Entwicklung, Risikobewertung und Regulierungsbedarf

Synthetic Biology III – Final Opinion 03.12. 2015

Aufzeigen von Wissenslücken und Risikobewertung für die Biodiversität[12]

Das EU Beratergremium EGE[13] hat im Jahre 2009, also drei Jahre vor Entdeckung des CRISPR/Cas9-Systems, drei zentrale Punkte zur Begriffserfassung hervorgehoben.

  1. Das Design minimaler Zellen / Organismen (einschließlich minimaler Genome);
  2. Identifizierung und Verwendung biologischer „Teile“ (Toolkit);
  3. Der Aufbau ganz oder teilweise künstlicher biologischer Systeme.[14]

Der Begriff SynBio bedeutet demnach Lebensformen nach bekannten ingenieurswissenschaftlichen Prinzipien mit Hilfe von Bausteinen der Natur zu designen (synthetisieren), doch auch der Entwurf und die Produktion der synthetischen Komponenten selbst sind darunter zu verstehen.

Die SynBio iwS ist als „moderne Biotechnologie“ auch von Art 3 lit i) CP erfasst.[15]

SynBio: Zu- und Einordnungslücken

Analogien zu technischen Disziplinen der NanoTech aber auch zu den Informations- und Kommunikationstechnologien ergeben Bezugssysteme, die in die kleinsten physikalischen, chemischen und biologischen Ebenen hineinrühren.

Biologie ist Chemie, sprich die »Biologische Chemie«, die die SynBio ausmacht, umfasst die Disziplinen Biochemie, Chemie und Biologie. Eine normative Differenzierung nach wissenschaftlichen Disziplinen ist daher nicht sinnvoll. Je nach Art der analogen Perspektive erscheint die bunte SynBio in einem jew andersfarbigem Licht. Anstatt die SynBio in Farben zu unterteilen, wie es noch bei der GT praktiziert wird, macht es daher Sinn, eine Unterteilung in die SynBio iwS und in die SynBio ieS vorzunehmen. Da immer weniger Verfahren und Methoden mit jenen der klassischen GT gleichzusetzen sind,[16] gelangt auch juristische Klassifizierung zunehmend in die Bredouille.

Zwecks Übersicht und Veranschaulichung der SynBio-Konzepte sind die wichtigsten Grundprinzipien und Strömungen zu skizzieren, wobei aufgrund der Komplexität und Vielfältigkeit der SynBio nur ein Einblick in die Materie verschaffte werden kann. Die jew Grundsätze sind in einem interaktiven Zusammenspiel zu verstehen, eine klare Grenzziehung ist aus naturwissenschaftlicher Sicht irrelevant aus rechtswissenschaftlicher hingegen ist zu unterscheiden, ob es sich um Verfahren im klassischen Sinne des GTR handelt oder um ungeregelte Konzepte der SynBio, ähnlich jener der NanoTech.

Mit biotechnol Methoden können Syn-Biologen* in Speziallaboratorien vom submolekularen Bereich angefangen über Mikroorganismen bis hin zu komplexen lebenden Organismen eingreifen, was über die klassische GT, die SynBio-Genetik, Epigenetik,[17] über natürliche Umwelteinflüsse und über von Menschenhand evozierte Umweltveränderungen erfolgen kann. Dabei kann es zu Veränderung einzelner chemischer Baustoffe sowie einzelner oder multipler Gene oder ganzer DNA-Sequenzen kommen. SynBio-Eingriffe können auch bloß somatisch sein, also keine Auswirkungen auf die Keimbahn (nicht gametisch) sein, und somit keinerlei Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen, das Ökosystem und die Biodiversität haben.

Seit 2012 können nunmehr auch DIY-Biologen* Organismen mit CRISPR/Cas9 bearbeiten, womit die DIY-Bio nicht mehr ausschließlich finanzkräftigen Unternehmen oder wissenschaftlichen Institutionen vorbehalten ist.

SynBio iwS

Die SynBio iwS lässt sich als Weiterentwicklung der GT verstehen, handelt es sich doch im Wesentlichen um die molekularbiologische Umgestaltung bekannter Organismen, wie sie auch in der Natur vorkommen. Sofern die SynBio iwS ausschließlich neue chemische Synthetisierungsprozesse betriff, sind keine zu verändernden Organismen involviert und somit besteht auch kein Missbrauchsrisiko iSv Biosafety und Biosecurity.[18]

Handelt es sich um rein epigenetische Forschungsarbeiten oder um die Erforschung artifizieller Zellen außerhalb lebender Systeme (in vitro), so sind diese ebenso wenig vom GTR umfasst, wie Arbeiten mit und an lebensunfähigen Organismen. Selbst das EuGH-Urteil (Rs C-528/16) bringt hier nichts Gegenteiliges zu Tage, denn es stellt lediglich auf Verfahren der gezielten Mutagenese ab.

Verfahren der SynBio iwS können idR zwar als Innovation der klassischen GT verstanden werden, müssen aber nicht zwangsläufig ins GTR fallen. Insofern ist jener Technikfolgenabschätzung im Ergebnis beizupflichten, in als „nächste Stufe der Bio- und Gentechnologie“ bezeichnet wird.[19]

Insb das Designen von DNA-Schaltkreisen stellt die rechtswissenschaftliche Auslegung des GTR vor Probleme. Wenn bspw mit dem CRISPR/Cas9-Verfahren ausschließlich regulatorische und/oder sensorische Funktionen modifiziert werden, wird zwar in existierende Organismen eingegriffen, allerdings nicht zwangsläufig das Erbgut verändert.

Der hM, wonach mit den bestehenden Regularien auf absehbare Zeit das Auslangen gefunden werden könne,[20] kann nicht mit ruhigem Gewissen gefolgt werden. Unvorhersehbare ökologische Unwägbarkeiten können emergieren, denen nicht in verantwortungsvoller Art und Weise Rechnung getragen würde, wollte man haftungsrechtliche Fragen der SynBio-F&E ausschließlich über das ABGB geregelt wissen.

GE-Verfahren können auch der SynBio iwS zugeschrieben werden, wenn genetische Schaltkreise geschaffen werden, indem etwa biochemische Systeme in natürliche [biologische!] Organismen insertiert werden, biomimetische Chemie oder BioBricks zum Einsatz gelangen,[21] die zu neuen sensorischen bzw regulatorischen Funktionen führen.[22]

Letztlich ist das Ziel der SynBio, artifiziell konstruierte bzw synthetisierte Organismen oa Systeme zu kreieren, die sogar in den Evolutionsprozess integriert werden können. Aber auch die Optimierung und Raffinierung bestehender Pflanzenarten stehen im Fokus von Syn-Biologinnen*. So können etwa Mutationsresistenzen dazu führen Krankheiten auszurotten oder Pflanzenbefall zu verhindern.[23], [24], [25]

Syn-Biologen* können ohne einen DSB auszulösen in organisches Leben eingreifen. Die Bandbreite der Möglichkeiten reicht von der positiven, die Umwelt entlastenden Raffinierung bis hin zur Vernichtung von unerwünschten Lebensformen,[26] wobei zufällige, nicht beabsichtigte Schädigungen immer seltener und bald gänzlich vermieden werden können.

Mittels SynBio ieS lassen sich aber völlig neue Lebensformen und Zellkulturen schaffen, was letzten Endes zu gänzlich am Reißbrett entworfenen Lebensformen ex machina führen wird.

Es ist daher notwendig, die neuesten BSN-Verfahren nicht nur terminologisch von der klassischen GT zu separieren, sondern va juristisch auseinanderzuhalten. Die juristische Untersuchung hat unter völlig neuen Aspekten zu erfolgen, denn nicht jede genetische Veränderung muss zwangsläufig auch eine iSd GTR sein und nicht jede Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der SynBio fällt unter die Kautelen eines Schutzgesetzes.

Der Bereich der biotechnol Computersimulationen ist bspw reine Fiktion und auf das Reißbrett beschränkt, weshalb auf die Umwelt und die Gesundheit des Menschen kein unmittelbarer Einfluss genommen wird. Ab der Produktion von sog BioBricks findet der haftungsrechtlich relevante Übergang von Forschung zu Entwicklung statt. Sofern ein DIY-Biologe* wissenschaftliche Simulationsergebnisse publiziert, kann er die rechtlichen Folgen mit einem entsprechenden Disclaimer ausschließen.

Das Hauptaugenmerk des umweltrechtlichen Untersuchungsteils liegt in der exakten Unterscheidung und rechtsdogmatischen Klassifizierung und Kategorisierung der DIY-Bio-Verfahren und SynBio-Verfahren und in der korrekten Bewertung und Einordnung von Genmutationen, denn nicht jede Genmutation muss zugleich auch zu einem GVO iSd § 4 Z 3 GTG führen.

Aktuell fallen nur jene SynBio-Verfahren als GE-Verfahren unter das GTR-Regime, die auch Mutagenese-Verfahren sind.[27] Diese Einordnung ist jedenfalls unzureichend und reißt nunmehr immense öffentlich-rechtliche Schutzlücken auf. Die Frage ob ein besonderes Haftungsrecht[28] greift oder das allgemeine Haftungsrecht[29] ergänzend bzw alleinig Wirkung entfaltet, ist im ersten Untersuchungsteil besprochen.

Der absichtliche Missbrauch der SynBio ist denkbar und wird bereits durch das Strafrecht geregelt. Der Bioterrorgefahr ist nicht mit dem Schutz- oder Haftungsrecht zu begegnen.[30] Die Wahrscheinlichkeit der Produktion von Bio-Waffen durch einfache DIY-Biologen* ist nach dzt Lage (noch) vernachlässigbar, da sie momentan nicht über das notwendige Equipment verfügen, um mehr Schaden anrichten zu können, als sie es mit klassischen Methoden in der Lage sind zu tun. Terroristen* gelangen seit Jahrzehnten an modernstes, auch radioaktives Kriegsmaterial, womit ihnen erst recht der Zugriff moderne SynBio-Methoden möglich ist.[31] Die Gefahr ist nicht zu verharmlosen, allerdings besteht sie va im Bereich des »Roten Biohacking« und ist somit nicht Gegenstand der vorliegenden Untersuchung.

Die Anzahl an DIY-Biologen* steigt immer schneller an, womit die zumindest fahrlässige Freisetzung von SVO evident ist und im Zuge der experimentellen Überprüfung des am PC digital produzierten Codes zu erwarten. Sie kann beabsichtigt und fahrlässig erfolgen, wobei selbst ein beabsichtigte Freisetzung idR nicht in Schädigungsabsicht, sondern eher aus Übereifer und in Verletzung einer Sorgfaltspflicht heraus erfolgen wird, was im Falle der Anwendung eines verschuldensabhängigen Haftungstyps ins Gewicht fällt.

Aus rechtswissenschaftlicher Sich tun sich dabei mehrere Problemfelder zugleich auf.[32]

Dieses Gefahrenpotenzial ist kein territoriales, sondern betrifft die Gesundheit aller Menschen, die Biodiversität und das Ökosystem als solches. Wie ernst und bedrohlich die Gefahr tatsächlich ist, darüber scheiden sich die Geister. Der politische Wille im Umgang mit neuen SynBio-Technologien ist auf völkerrechtlicher, unionsrechtlicher, wie auch nationaler Ebene zu hinterfragen.

Die Haftungsfragen iZm der DIY-Bio sind je nach Verfahren rechtlich unterschiedlich zu bewerten. BSN-Verfahren erfahren einen zunehmend hohen Stellenwert in der politischen Diskussion um die in der BioTech-Gesellschaft einzuschlagenden Entwicklungspfade. Gerade die Vernetzung von analog-naturwissenschaftlichen und digital-technologisch-wissenschaftlichen Disziplinen erfordert eine neue rechtliche Betrachtungsweise des Umgangs mit dem und Rechtsfolgen der SynBio und auch DIY-Bio.[33]

Immaterialgüterrechtliche Forderungen sowie über jew einschlägige Schutzgesetze hinausgehende Ansprüche sind für die Untersuchungsfrage unerheblich und werden daher nur rudimentär thematisiert.

Nach aktueller Rechtslage bleibt trotz des jüngsten EuGH-Urteils (Rs C-528/16) ungeklärt, inwieweit das GTR auf das CRISPR/Cas9-System anzuwenden ist. Fällt ein GE-Verfahren und/oder GE-Produkt in den Anwendungsbereich des GTR, so ist wohl der Haftungsansatz primär im GTR zu suchen. Gelangt man im Endergebnis dazu, dass das Arbeiten mit SVO oder die Freisetzung von SVO nicht ins GTR fallen, ist die Kontaminierung natürlicher Ressourcen damit nicht vom Tisch. Das juristische Rechtsfolgenszenario ergibt sich aus anderen Schutz- und Sondergesetzen, allgemeinen Haftungsrecht nach dem ABGB und Analogieschlüssen.

Besonders schwierig gestaltet sich die Rechtslage in jenen Graubereichen, in denen Entwickler* CRISPR/Cas9-Verfahren anwenden, und Mutationen bewirken, wie sie auch unter natürlichen Bedingungen vorkommen bzw auch mit konventionellen Verfahren erzielt werden, die vom GTR ausgenommen sind. Unter selbigem Aspekt wären etwa auch »On-target-Mutationen« zu bewerten.

Die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Umwelt als solche sind zweifelsohne von der Rechtsordnung anerkannte und geschützte Rechtsgüter. Die exakte Qualifizierung von Schäden und »ersatzpflichtigen Beeinträchtigungen« bereitet selbst iZm den Folgen von GVO immer noch erhebliche Schwierigkeiten.[34] Es ist nicht davon auszugehen, dass DIY-Bio-Verfahren nahtlos an die Schwachstellen des GTR anknüpfen. Vielmehr sind planwidrige Gesetzeslücken zu erwarten, die es zu schließen gilt. Hierbei treffen rechtspolitische Gegenpositionen aufeinander, nämlich die der Befürworter*

  • der generellen Anwendung einer Gefährdungshaftungshaftung kraft Gesamtrechtsanalogie,
  • der Anwendung einer Gefährdungshaftungshaftung kraft Einzelrechtsanalogie und
  • der strikten Befolgung des Enumerationsprinzips.

SynBio ieS – vita ex machina

Bei der SynBio ieS umfasst handelt es sich sprichwörtlich um »Xenobiologie«[35]. Biologische Abläufe sollen bis ins Letzte ausgereizt, um in einem weiteren Schritt völlig neue Organismen am Reißbrett zu entwerfen und weitgehend de novo zu synthetisieren.

Dieser Ansatz ist mit der klassischen GT nicht zu vergleichen, denn die Forschungsansätze stellen auf die Produktion vollständiger synthetischer Genome ab, indem sog »Minimalzellen« unter Einsatz molekularbiologischer Tools, wie etwa das GE-Verfahren CRISPR/Cas9, erschaffen werden; so lassen sich sowohl DNA als auch Genome synthetisieren sowie neue Zellen programmieren.[36] Dass sich aus biochemischen Grundkomponenten oder durch Verwendung von synthetisch hergestellten Molekülen ein komplettes Genom produzieren lässt, ist bereits im Jahre 2010 am Bsp des »mycoplasma mycoides«[37] bewiesen worden.[38],[39],[40]

Werden Zellen im Labor biochemisch synthetisiert, aber ein »Minimalgenom« als Chassis verwendet, kann mglw immer noch von einem GVO die Rede sein, auch wenn der neue Organismus nicht in der Natur [biologisch!] vorkommt, sondern komplett neu designt wird. Hier wird die äußerste methodisch zulässige Interpretationsgrenze des GVO-Begriffs überschritten. Das Innovationspotenzial der SynBio übersteigt alles sondergesetzlich Erfasste, sofern neue Organismen am Reißbrett entworfen und vollkommen synthetisiert werden.

Während sich die Systemchemie auf den rein chemischen Level beschränkt, versucht die SynBio neue biologische Systeme zu designen, wie sie bislang in der Natur [biologisch!] noch nicht vorkommen. Der Mensch spielt nicht nur Gott, sondern agiert als dessen Stellvertreter, denn er schafft Existenzen.[41]

Optimistisch betrachtet richten sich die Forschungsziele der sog Xenobiologie primär darauf, Organismen zu entwerfen, deren Wachstum unabhängig von natürlichen, biologischen Bausteinen erfolgt. Allerdings macht es einen erheblichen Unterschied, ob akademisch ausgebildete und zertifizierte Experten* mit synthetischen Bausteine in einer gesicherten Umgebung (Labor) experimentieren, oder ob dies DIY-Biologen* im stillen Kämmerlein tun.

Mit XNA[42] veränderte oder neu synthetisierte Organsimen sollen – auch bei einem ungewollten Entweichen in die Umwelt – nicht mit natürlichen [biologischen!] interagieren, womit eine Kontamination der Umwelt definitorisch ausgeschlossen wäre.[43] Die herbeigeführten Veränderungen erfolgen über eine innovativen Informationsspeicherung basierend auf einem Biopolymer[44], der für das biologische System verborgen bzw unsichtbar bleibt. Experten* sprechen hier von einer sog genetischen Firewall, die ein Garant für Biosicherheit wäre.

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Abb 87: Introducing a genetic firewall.[45]

Da mit SynBio bearbeitete Lebensmittel (Fermentationsprozesse) bereits auf dem Markt sind, ist nicht davon auszugehen, dass Eingriffe in die Stoffwechselwege in den Anwendungsbereich des GTR fallen.

Mit der SynBio ieS werden Systeme artifiziell produziert bzw nachgebaut, um neue biologische Komponenten und/oder biologisch beispiellose iSv in der Natur [biologisch!] nicht existente, besser gesagt noch nicht beobachtete oder entdeckte, Zellen hervorzubringen. Geleitet von ingenieurwissenschaftlichen Prinzipien werden dabei moderne Methoden der Molekularbiologie, der rekombinanten GT und der chemischen Synthese von biologischen Bausteinen vereint. Basierend auf einem von Menschen entworfenen rationalen Design sollen durch die Zusammenführung von synthetischen Einheiten neue Stoffe und Systeme, zB neuartige polymere Moleküle, Gewebe, und ganze Zellen geschaffen werden.“

SynBio und DIY-Bio sind nicht auf Verfahren beschränkt, die sich mit der »Grünen, Weißen, Grauen oder Roten Gentechnik« vergleichen lassen. GVO oder SVO bestehen aus Molekülen und diese wiederum aus Basen. So könnte man bereits mit 1 Gramm DNA knapp über 215 Petabyte[46] Datenmaterial dauerhaft speichern,[47] was ein Tausendfaches von modernen Hochleistungsfestplatten wäre. So hat IBM noch vor wenigen Jahren 200.000 Festplatten im Verbund zum damals weltweit größten Speicher der Welt zusammengeschlossen, um 120 Petabyte zu erreichen. Im direkten Vergleich sind ergo etwa 359.000 Festplatten mit einem Gesamtgewicht von 179.500.000 Gramm einem DNA-Speicher von 1 Gramm gegenüberzustellen. Abgesehen von dem schier unermesslichen Potenzial der SynBio beantwortet sich die Frage, ob 1 Gramm an synthetischer Abfall, der auch bei Entsorgung (Freisetzung) keinen Öko-Schaden anrichten könnte, schädlicher sei oder der Verbrauch von ohnehin beschränkten Ressourcen für die Produktion von 200.000 Festplatten, wobei auch deren Entsorgung nochmals hinzukommt. Die Ratio von 180.000.000:1 ist selbsterklärend. Vielen Milliarden Festplatten weltweit stünden vielleicht 1 kg synthetischer DNA gegenüber. Ähnliche Vergleiche lassen sich auf alle Bereiche der biochemischen SynBio und die DIY-Bio mit SynBio-Verfahren ummünzen.

Synthetische Genomik

Die »synthetische Genomik« ist ein Fachgebiet der SynBio, derer sich zunehmend auch die DIY-Bio verschreibt. Das Hauptanliegen der Bewegung besteht darin, neue Eigenschaften und Merkmale mit und in neuen Organismen zu erzielen. Wissenschaftlich gesehen, ist diese neue Technologie irgendwo zw Ingenieurskunst, Programmiertechnik, der NanoTech und den Biowissenschaften angesiedelt.

Konträr zu gängigen Methoden der Systembiologie werden aber keine biologischen Vorlagen genutzt, sondern komplett neue Entitäten am Reißbrett entworfen.

Das Einsatz- und Anwendungsgebiet umfasst kleinste Materieteilchen, Nukleotide, Basen, Aminosäuren oder auch strukturierte Nukleinsäuren bis hin zu kompletten Genomen. Die Chancen sind unendlich, die Gefahren detto. Dennoch kann ein risikominimierter Umgang mit der synthetischen Genomik gelingen.

Synthetische Epigenetik

 Themenkomplex 162: Epigenetik – Epigenomik [S. XXXIII:77].

Die »Synthetische Epigenetik« ist ein Teilbereich der Biologie, nähert sich jedoch zunehmend der NanoTech an, die eher der Chemie und Physik zuzuschreiben ist. Versuche, künstliche Systeme aus biologischen Molekülen wie DNA und RNA durch Selbstorganisation aufzubauen, sind mit der jüngsten Entwicklung der SynBio ieS vereinbar. So können genetische Mechanismen verwendet werden, um künstliche Strukturen aus DNA und RNA herzustellen oder zu kontrollieren, und diese Strukturen können wiederum als künstliche genregulatorische Elemente sowohl in vitro als auch in vivo verwendet werden. Künstliche biochemische Kreisläufe lassen sich in zellähnliche Reaktionskompartimente einbauen, was die Möglichkeit eröffnet, diese dauerhaft aus dem Gleichgewicht zu bringen. In kleinen Systemen machen sich stochastische Effekte bemerkbar, die bei der Entwicklung zukünftiger Systeme berücksichtigt werden müssen.[48]

Spätestens, wenn die SynBio völlig neuartige biologischer Systeme und Entitäten entwirft und konstruiert, die völlig neue biologische Merkmale, Eigenschaften und Funktionen aufweisen, also nach der gängigen Terminologie in der Natur nicht existieren, stoßen die vorhandenen Gesetz an ihre Grenzen.

Wenn die SynBio ieS mit biotechnol NanoTech überschneidet, dürfen keine unterschiedlichen Haftungstypen angewandt werden. Die systemische und substanzielle Äquivalent der Produkte erfordert eine Gleichbehandlung durch das Gesetz.

Nanotechnologie (NanoTech)

Überblich über gesetzliche Regulative
VO 1907/2006/EG Europäischen Chemikalienverordnung REACH[49]
VO 1272/2008/EG CLP-VO[50]
RL 98/8/EG[51] RL für Biozidprodukte
VO 528/2012/EG[52] Biozidprodukte-VO
AMG ArzneimittelG
PMG PflanzenschutzmittelG
B-UHG BundesumwelthaftungsG
L-UHG Neun LandesumwelthaftungsG

Der Begriff »nano« stammt aus dem Griechischen »nános« und ist zugleich auch eine Abbreviation für die NanoTech. Mit »nano« werden Teilchen in der Größenordnung kleiner als 100 Nanometer (1 nm = 10–9 m) beschrieben,[53] ungeachtet der partikulären stofflichen Zusammensetzung.

Nanopartikel sind im Alltag des Menschen keine Neuerscheinungen mehr, so tauchen Nano-Siliciumdioxide als Trennmittel im Speisesalz auf, um das Rieselverhalten zu steigern oder kolloidales Silber in Nahrungsergänzungsmitteln. Nano-Silber kommt in der Textilindustrie zum Einsatz und entfaltet antimikrobielle Wirkung. Der Mensch kommt mit Nanoteilchen nicht nur unentwegt in Berührung, sondern nimmt Nanopartikel sogar unentwegt über Lebensmittel auf, obgleich das Schädigungspotenzial wissenschaftlich noch weitgehend ungeklärt ist, es jedoch bereits Untersuchungsergebnisse gibt, die umwelt- und gesundheitsschädliche Anzeichen verdeutlichen.

Ein »Nanomaterial« ist nach Art 3 Abs 1 lit z) Biozidprodukte-VO ein natürlicher oder hergestellter Wirkstoff oder nicht wirksame Stoff, „der Partikel in ungebundenem Zustand, als Aggregat oder als Agglomerat enthält und bei dem mindestens 50 % der Partikel in der Anzahlgrößenverteilung ein oder mehrere Außenmaße im Bereich von 1 nm bis 100 nm haben.“

Einführung

Jede biologische Entität wird auf unterschiedlichen Nano-skaligen Ebenen aufrechterhalten. Prozesse wie die Übertragung chemischer Informationen sind für die Lebensspannen von Organismen wesentliche. Alle Lebewesen inkl dem Menschen interagieren seit jeher mit Nanomaterialien. Jedoch. Erst ein epochaler Vortrag aus dem Jahre 1960 hat einigen Menschen die Augen geöffnet,[54] nicht jedoch den EU-Politikerinnen*

Die Forderung dieser Untersuchung nach eine BSN-VO (EG) berücksichtigt gerade das Faktum, dass es in der Biologie noch »viel Platz ganz unten« gibt. Biologische Prozesse spielen sich auf atomaren Skalen und Nanoskalen ab. Nano-Materialien werden in unzähligen neuen Technologien eingesetzt, weshalb deren Synthese und Produktion von immer größerem Interesse wird. Sog »Engineered Nanomaterial« (ENM) haben längst Eingang in die BioTech genommen, insb über die SynBio.

Die Anwendungsbereiche sind so Vielfältig, dass die bloße Aufzählung Bücher füllen würde. In diesem Untersuchungsrahmen ist mit drei exemplarischen Anwendungsbereichen das Auslangen zu finden.

Da es keine Trennlinie zw der NanoTech und der BioTech mehr gibt, hat das GTR auch keine wirkliche Funktion mehr. GVO weichen SVO, die moderne BioTech reicht tief bis in die Quantenmechanik hinein.

A Quantum Beat for Life

Viele Organismen nutzen die Photosynthese, bei der Licht in chemische Energie umgewandelt wird. Die dt Volkswagen-Stiftung hat 2016 ein Projekt an der Universität Tübingen namens „A Quantum Beat for Life” gefördert bei dem die Vertreter* der physikalischen und theoretischen Chemie und der Molekularbiologie zusammengearbeitet haben, um quantenoptische Techniken einzusetzen.[55],[56] Als Zielorganismus ist das Cyanobakterium (Blaualgen) genutzt worden. Sinn und Zweck ist die Nutzung des quantenmechanischen Rückkopplungseffekts. Einzelne Farbpigmente des ausgestrahlten Lichts sollen in das das Cyanobakterium zurückreflektiert werden, damit die Farbpigmente harmonisiert und nicht mehr heterogen operieren, somit eine Leistungssteigerung zu bewirken. Von der klassischen GT ist man hier weit entfernt.[57]

Nanochemie

Nanomaterialien werden in der Forschung, der analytischen Chemie und Biomedizin genutzt.

Diese Materialien werden untersucht, um ihr Verhalten zu verstehen. Damit sind In Bezug physische, chemische, physikalisch-chemische und quantengrößenbezogene Eigenschaften gemeint. Die Forschungs- und Analyseresultate bilden und liefern unterschiedlich Kontexte. Das neue gewonnene Wissen findet nicht bloß Eingang in neue Anwendungen oder verbessert alte, sondern hilft auch beim Verständnis anderer Phänomene wie der in ErwG 26 Novel Food-VO genannten Nanotoxikologie. Die Nennung macht jedoch die Novel Food-VO noch lange zur Nano Food-VO.

In der analytischen Chemie spielen sie eine Rolle in puncto Verbesserung der Sensitivität, Genauigkeit und Spezifität.

Magnetische Nanopartikel als Krebstherapie

NanoTech und SynBio fallen mitunter zusammen. Um die Vielfältigkeit neuer BSN zu demonstrieren, sei ein Bsp aus der Humantherapie genannt.

Die gezielte Abgabe von Medikamenten auf der Basis von sog intelligenten Nanopartikeln ist der neueste Schritt zu effizienteren onkologischen Therapien. Eine minimale Dosis des Medikaments wird dabei in die Nähe des Tumorlocus abgegeben.

Aktuelle Verbesserungen auf diesem Gebiet beruhen auf

  1. der Partikelfunktionalisierung mit spezifischen Liganden zum Targeting von Zellmembranrezeptoren und
  2. dem Laden von magnetischen Nanopartikeln (MNP) auf Zellen, wie etwa dendritische Zellen, T-Zellen oder Makrophagen, die eine aktive Rolle beim Tumorwachstum spielen.[58]

Narrative zur NanoTech

 Themenkomplex 163: Narrative zur Natürlichkeit [S. XXXIII:77].

Welche Narrative zur NanoTech bestimmen die Sichtweise?

Zum einen wird eine Standardpolitik betrieben, die auf die volksökonomische Importanz der industriellen Wettbewerbsfähigkeit verweist. Hier ist eine widersprüchliche Haltung in der EU zur Argumentation in Bezug neue BSN-Verfahren festzustellen. Das imaginäre Wohl der Allgemeinheit wird in gegensätzlicher Weise sozio-politisch besetzt. Die NanoTech wird als „Schlüsseltechnologie“[59] verkauft, die dem Volk Arbeit beschert und dem Staat Einnahmen sichert.[60], [61],[62]

Ein weiteres Narrativ wird mit der Nachhaltigkeit iSe »Grünen NanoTech « gebildet. So wird paradoxerweise für die NanoTech das proklamiert, was den BSN-Verfahren vorenthalten wird.[63],[64],[65]

Unter anderen Vorzeichen und Interessenlagen und bei verstärktem Engagement der Agrar- und Pharmalobbys würden zu einem neuen politischen Willen führen. Bestehen Narrative zur GT und insb zu neuen BioTech würden neu formuliert und Schutzgesetze, wie das GTR, novelliert und der Umgang mit neuen BSN-Verfahren liberalisiert und dereguliert.[66]

Betrachtet man das Narrativ zur »Roten NanoTech « so wird hier die Förderung der individuellen Lebensqualität angepriesen.[67],[68]

Als viertes Narrativ wird der verantwortungsvolle Umgang mit der vielversprechenden NanoTech eingefordert. Mögliche Nebeneffekte seien bereits im Vorfeld zu bedenken und zu analysieren bzw erforschen. Generalisierende Versprechungen seien ebenso verfehlt, wie die pauschale Ablehnung der NanoTech , vielmehr müsse eine rationaler Diskurs einbezüglich einer wissenschaftsethischen Debatte geführt werden.[69] Auch in Ö hat man bereits vor zehn Jahren erkannt, dass im Bereich der Sicherheitsbewertung Wissenslücken zu schließen seien.[70]

Regulatorische Schutzlücken der NanoTech

Kap XXVII. D. »Produkts- und Lebensmittelsicherheit«, S. XXVII:6 ff.

Auch in Ö wird bereits eingestanden, dass im Bereich der NanoTech regulatorische Lücken bestehen,[71],[72] die Maßnahmenergreifung lässt mittlerweile eine Dekade auf sich warten.[73] Ein NanoTechR steht dzt nicht zur parlamentarischen Debatte.

Die Vielfalt an Nanomaterialien und der Komplexität erfordern gesetzgeberische Differenzierungen hins aller Anwendungsbereichen und Aspekte, womit offenkundig planwidrige Rechtslücken bestehen müssen. Die Rechtsetzung in der EU im Umgang mit Nanomaterialien verharrt zwar mittlerweile nicht mehr im Stillstand, dennoch ist ein zersplittertes Regelwerk ohne spezifische Sicherheitskataloge und Präventionsmaßnahmen für Nanomaterialien ist dringend zu reformieren und harmonisieren.

Die mosaikhaften Regelungen in bestehenden Gesetzen und die behördl Unterstützung der Produzenten* sind ungenügend, insb als im zweiten Fall bloß an die unternehmerische Eigenverantwortung appelliert wird. Auch Nanomaterialien bedürfen eines einheitlichen, nanospezifischen Rechtsrahmens, der das Vorsorgeprinzip und die Lebensmittelsicherheit nicht unterwandert. Die Annäherung der SynBio an die NanoTech vice versa sollte idealerweise dazu führen, beide Technologien einheitlich ggfs sogar ineinandergreifend ges zu behandeln. Somit wären Sachverhalte, die beiden Wissenschaftsbereichen zuzuordnen wären, nicht bloß unter einem Aspekt in einem eigenen Gesetz geregelt, sondern doppelt geregelt.

Wenn in ErwG 23 Nano Food VO[74] der EU-Lebensmittelbehörde für neuartige Lebensmittel, die technisch hergestellte Nanomaterialien enthalten, nur die Kontrolle der Anwendung von „modernsten Testmethoden“ zwecks Risiko- und Sicherheitsanalyse aufträgt, so kann selbst die in ErwG 26 genannte „Risikobewertung bei der Anwendung der Nanowissenschaft und Nanotechnologien in der Lebens- und Futtermittelkette“ nur auf die „Toxikokinetik und Toxikologie“ eingeschränkt. Paracelsus lässt grüßen.[75]

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“[76],[77]

Paracelsus

„Die Empfehlung des Rates der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vom 19. September 2013 zur Sicherheitsprüfung und Bewertung von hergestellten Nanomaterialien kam zu dem Schluss, dass die Verfahren für die Prüfung und Bewertung herkömmlicher Chemikalien im Allgemeinen für die Bewertung der Sicherheit von Nanomaterialien geeignet sind, möglicherweise jedoch an die besonderen Eigenschaften von Nanomaterialien angepasst werden müssen.“[78]

Die OECD Empfehlung macht die Rechnung ohne den »Duracell Hasen«.

Die gegenwärtige Regelung der NanoTech und somit auch die der SynBio (ieS) erinnert an die Anfänge der Gesetzgebung für den Bereich der klassischen GT, insb im nicht humanen Forschungs- und Entwicklungsbereich. Allerdings muss vermieden werden, nochmals die gleichen Fehler zu machen. Gesteuerte Volksinitiativen, die auf Geheiß von Interessenvertretungen medial und propagandistisch geschürt werden, dürfen keinen willfährigen populistischen parlamentarischen Prozess hin zu einem BSN-Recht führen. Meinungsumfragen zur NanoTech bzw SynBio wären weitgehend irrelevant und sinnlos, da in den Konsumentinnen* aufgrund der Unwissenheit nur kritische Skepsis evoziert würde. Jede Statistik wäre verfälscht und unerheblich. Während eine abstrakt geführten Befragung noch kaum eine individuelle Betroffenheit auslöst, würde sie Akzeptanz neuer innovativer Technologien mit dem Wechsel zu einer subjektiven Befassung mit dem Thema drastisch sinken. Dennoch ist zu erwarten, dass auch hier die gelernten Vorbehalte ggü der GT[79] bei Lebensmitteln höher sein würden als bei Gebrauchsartikeln und der Argwohn ggü ökologischen Schadenspotentialen höher sein wird als ggü medizinischen bzw therapeutischen Anwendungsfeldern.

Ein transparentes, verständliches, harmonisiertes und kohärentes NanoTechR entspricht auch der Vorsorge und Risikominimierung, erhält aber den Zugang zu Zukunftstechnologien.

Gesagtes trifft auch ein neues BSN-Recht zu.

Der unvoreingenommene öffentliche Diskurs hat unter Einbeziehung aller relevanten Wissenschaftsdisziplinen stattzufinden, damit keine gezielt gesteuerten Narrative das öffentliche Bild, gleich in welche Richtung, einseitig trüben können.

Auch die NanoTech steht im hegemonialen Diskurs, allerdings sind die entsprechend bedienten Narrative um diesen Technologiezweig gegensätzlich zu jenem des GTR. Zumal die SynBio sich beider Technologien bedient, bleibt spannend ob das SynBio-Narrativ zukünftig widerspruchsfrei zur NanoTech oder gen GT äquivalenziert werden wird.

Die inhaltlich diametrale Argumentation und Schaffung von Narrativen hins der NanoTech und der SynBio, als innovativste Form der ua auch Gene modifizierenden BioTech, ist Beleg dafür, wie politische Willkür sich auf das Rechtssystem auswirken kann. Res ipsa loquitur! Während die SynBio dem stringenten Regelsystem zur GT unterworfen wird, ist die NanoTech gesetzlich trotz eklatanter ges Schutzlücken nicht gesondert geregelt.

Vgl den Anwendungsbereich der SynBio
Kap XVIII. B. »Anwendungsgebiete und Ziele der SynBio«, S. XVIII:10 ff.

ZT wird ein und dieselbe Technologie mit zweierlei Narrativen belegt, was ungeachtet der sachlich nicht begründbaren Gleichheitswidrigkeit, eine erhöhte Sensibilität und eine gesunde Skepsis im rechtswissenschaftlichen im Umgang mit positivierten Normen erfordert.

Medizin • schonende und hochselektive Krebstherapien
• langzeitdosierbare Wirkstoffdepots, z. B. gegen Diabetes und Neurodermitis
• spezifisch wirkende Pharmaka mit geringerer Nebenwirkung
• präventivmedizinische Diagnosesysteme für die Heimanwendung
Energietechnik • preiswerte Solarzellen und leistungssteigernde Photovoltaikkomponenten
• effiziente Akkumulatoren mit beliebiger Formbarkeit
• Superisolationssysteme für Fenster- und Gebäudekomponenten
• Thermoelektrika zur Energierückgewinnung
• Wasserstoffspeicher und Brennstoffzellen für neue Antriebsformen
Umwelttechnik • korrosionsbeständige Komponenten für alltägliche Produkte
• energieeffiziente Aufbereitungssysteme für die Trinkwasserherstellung
• stabile Leichtbauelemente für Gebäude, Maschinen, Autos und Flugzeuge
• Ersatz toxischer Substanzen durch Nanomaterialien
Verbraucherprodukte • selbstreinigende Oberflächen für Küchengeräte und Wohnmobiliar
• multifunktionale Textilien (schmutzabweisend, duftspendend, designvariabel)
• Lebensmittelverpackungen mit sensorischer Frischeanzeige
• hochwirksame Sonnenschutzmittel und andere kosmetische Artikel
IKT • miniaturisierte Datenspeicher mit der Kapazität der deutschen Bibliothek
• Laptops mit der Leistungsfähigkeit heutiger Rechenzentren
• großflächige, aufrollbare Flachdisplays auf Basis organischer Leuchtdioden
Optik • energiesparende Beleuchtungssysteme mit einstellbarer Farbwahl
• abhörsichere Datenübertragungssysteme
• leistungsstarke Bauelemente für die Unterhaltungselektronik

Tab 36: Anwendungs- und Produktoptionen der NanoTech .[80]

Nanomaterialien im rechtlich kaum geregelten Alltag

Auch wenn die NanoTech als solche ges nicht geregelt ist, so sind die REACH-VO und der CLP-Verordnung zu berücksichtigen.

Nanomaterialien
natürliche (biologische) verursachte synthetisierte
Proteine Ruß Metalloxide (Titandioxid, Zinkoxid, …)
Viren Flugasche Metalle (Nano-Silber,…)
Mineralien Feinstaub Nanotubes
Huminsäure Abrieb von Reifen, … Fullerene
Polysaccharide Abrieb von Schuhen, … Quantenpunkte (nanoskalige Halbleitermaterialien)

Tab 37: Nanomaterialien.[81]

FB 195: NanoTech und Tierqualversuche.

Tierqualversuche zeigen auf, dass Nanopartikel durchaus auch tief in die Lappenbronchien eindringen und zu krankhaften Mutationen des Gewebes führen und Bronchialkarzinome auslösen können. Die ECHA[82] klassifiziert etwa eingeatmetes Titandioxid als karzinogen. Tierqualversuche an Mäusen belegen die Schädigung von Gehirnzellen.

FB 196: NanoTech: Feldversuche am Menschen.

Was Nanopartikel, wie Nano-Silber,[83],[84] das der Mensch tagtäglich über die Haut, dem größten Organ, aufnimmt oder oral den Magen-Darm-Trakt hinunterspült oder eben auch einatmet werden, an Schäden an der menschlichen Gesundheit anrichten, wird man in einigen Jahrzehnten dann verdächtigen Statistiken der Gesundheitsministerien entnehmen können, wodurch man sich zeit- und kostenaufwendige Langzeitstudien erspart und Nanoprodukte somit unmittelbar zur Marktreife gelangen können.

NanoTech-Versuche werden zwar nicht mit Menschen jedoch am Menschen durchgeführt. In der zunehmend neoliberalisierten kapitalistischen Konsumgüterwirtschaft sind Feldversuche im Vormarsch.

FB 197: NanoTech: Nano-Argentum 10.

Die umfangreiche Bewertung für Nano-Argentum 10 ist trotz erheblicher ungeklärter Restrisiken beim Zulassungsverfahren nach dem PMG unterlassen worden.

Über das Verhalten und die Auswirkung freigesetzter Nano-Argentum-Partikel auf die Gesundheit des Menschen und die Umwelt sind bis dato weder gesicherte empirische Erfahrung gesammelt worden noch gibt es hierzu wissenschaftlich gesicherte Studien.

Das Vorsorgeprinzip wird völlig außer Acht gelassen, stattdessen willkommene ökonomisch motivierte Narrative als sachliche Begründungen herangezogen.

Rund um den Verkaufsschlager wird das Narrativ gebildet:

„Nano-Argentum 10 ist ein neues, sehr innovatives Produkt, welches altes Wissen der Menschheit mit den Möglichkeiten der Nanotechnologie verbindet.“[85]

Das EU-Vorsorgeprinzip ist ökologisch ausgerichtet:

»Prüfe erst und pflanze später (nie)«.

Das USA-Prinzip ist ökonomisch geprägt:

»Pflanze erst und prüfe später«.

Das Nanohaftungsprinzip lautet:

»Verkaufe erst und warte ab«.

Diese Vorgehensweise ist kein Novum, sondern durch die Historie der Tabakindustrie oder der konventionellen landwirtschaftlichen Umweltvernichtungsmittel belegt.

Seit September 2013 sind iSv ErwG 53 und gem Art 2 Abs 1 Biozidprodukte-VO Nanomaterialien in Biozidprodukten und behandelte Waren zu kennzeichnen. Das Schutzniveau angesichts der Unwissenheit von Konsumenten ist unzureichend. Die zugelassen Biozidprodukte sind gem Art 1 Abs 2 lit b) und Art 2 Abs 1 Biozidprodukte-VO in Anhang V aufgelistet. ErwG 66 verweist explizit auf das wissenschaftliche Niemandsland hins der Erkenntnisse, „ob Nanomaterialien für die Gesundheit von Mensch und Tier und für die Umwelt unbedenklich sind“. Es wird eine einheitliche Definition für Nanomaterialien eingefordert, ein Ansinnen, dass im starken Kontrast zur auslegungsbedürftigen Auslegung von GVO steht. Mit der Forderung nach regelmäßigen Überprüfungen durch die EK findet der Unionsgesetzgeber* offensichtlich das Auslangen.

Spätestens hier bewahrheitet sich die bisherige Annahme, dass die Gentechnikparanoia mitsamt dem Vorsorgeprinzip der Verfolgung spezieller Interessen dient, die nicht in den ges beschriebenen Rechtsschutzgütern gelegen sind.

Wer haftet aus welchem Grund nach welcher Norm?

Die Risiken der NanoTech sind mannigfacher und verstreuter als ihre Einsatzgebiete. Das Fehlen quantitativer und qualitativ empirischer Fakten und Daten lässt eine valide Gefahrenanalyse und folglich auch eine Einschätzung der Haftungsrisiken nicht zu.

Ein eigenes Materiengesetz für den Umgang Verfahren und Produkten der NanoTech gibt es nicht, weshalb die Normen des ABGB, des PHG oder das AMG heranzuziehen sind. Hierbei ist auf die bisherige rechtliche Untersuchung zu verweisen.

Je raffiniertere SynBio-Verfahren ein DIY-Biologe* anwendet desto weiter bewegt er sich vom GTR weg. Veränderungen an Organismen submolekularen Bereich lassen sich eher der NanoTech und Nanophysik als dem klassischen GTR bzw Umweltrecht zuordnen.

DIY-Biologen* sind keine Unternehmer*, die ein Nanoprodukte auf den Markt bringen, weshalb das verschuldungsunabhängige PHG keine Basis zur Ausgleichs- bzw Ersatzpflicht sein kann.[86] Darüber hinaus wäre die Haftung für Entwicklungsrisiken ausgeschlossen. Wenn auch im Bereich der neuen submolekularen Nano-BioTech der Stand der Wissenschaft zu beurteilen wäre, so gibt es bei der DIY-Bio dennoch keinen Zeitpunkt der Markteinführung.

Wenn sich eine Produzentin* einer DIY-Bio-Ware solange nicht um die Haftung zu sorgen braucht, als ihr bzw dem Produkt kein Fehler nachgewiesen wird, bedeutet das für den DIY-Biologen* insb unter dem Aspekt der ges nicht regulierten Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionssektors der NanoTech und der Unmöglichkeit des Nachweises gewisser DIY-Bio-Verfahren iSd GTR in praxi ein »Haftungsfreilos«.

Haftungsausschlusses für Entwicklungsrisiken im Bereich der SynBio und der NanoTech lassen sich noch nicht im Detail bewerten. Hier werden Forschungsergebnisse und Risikoanalysen abzuwarten sein, die erst einmal in Auftrag gegeben werden müssten.

Haftpflichtversicherung und Deckungssummen

Hins der Deckungssummen und der haftpflichtrechtlichen Obergrenzen eröffnen sich im industriellen und auch gewerblichen Bereich interessante Betätigungsfelder für die klassische Assekuranz wie auch für die Rückversicherer. Das Risiko ist aufgrund der spärlichen Datenlage nicht leicht abzuschätzen. Die Einbeziehung privater DIY-Biologen* in die neue versicherungstechnische Zukunftsbranche mit zahlreichen Handlungs- auch neue Geschäftsfeldern ist jedoch unwahrscheinlich. Die betriebliche Haftpflichtversicherung ist nicht auf die DIY-Bio umzulegen, die Produkthaftpflicht greift definitionsgemäß nicht und die Umwelthaftpflicht- oa Schadenversicherung birgt zu hohe Risiken in sich. Auf der anderen Seite wären geringe Deckungssummen oder niedrige Haftungsobergrenzen aus rechtspolitischer Sicht sogar kontraindikativ und eine sog Erprobungsklausel käme iZm SynBio-Verfahren oa NanoTech-Verfahren einer generellen Haftungsbefreiung nahe; ungeachtet dessen ließen sich keine Körperverletzungen ausschließen.

Da SynBio-Verfahren wie auch NanoTech-Verfahren noch weitgehend neue Geschichtskapitel der Moderne aufschlagen, ist davon auszugehen, dass für Produkte und Materialien aus diesen Wissenschafts- und Technologiebereichen nur ein bedingter und haftungslimitierter Versicherungsschutz angeboten wird.

Sicherheitsnetze und Sicherheitsdatenbanken

Eine BSN-VO (EG) mit einem integrierten und laufend aktualisierten BSN-Online-Register enthält alle wesentlichen Daten. Spezifische Nano-SynBio-Datenbanken für Ausgangstoffe, Endprodukte, Verfahren und SynBio-Sicherheit können auch in Kombination mit der »NanoTrust-Datenbank« bzw »NanoMia-Datenbank«[87] geführt. Die Risikoeinschätzung von Nanomaterialien unterläge somit endlich einer laufenden Bewertung.

Sicherheitsempfehlung: Nano-Register und BSN-Online-Register

 Themenschwerpunkt 164: NanoTech und SynBio [S. XXXIII:77].

Die EK hat bereits 2011 eine Definition für Nanomaterialien vorgeschlagen. Diese ist zu konkretisieren und hat auch SynBio-Materialien einzubeziehen. Alle einschlägigen Gesetze könnten auf dem Intabulationsprinzip aufbauen. Zudem wäre eine generelle Melde- und Registrierungspflicht für alle synthetischen und biosynthetischen Nanomaterialien und Nanoprodukte notwendig.

Die Kennzeichnung von Nano- und SynBio-Materialien in Produkten müssen mit dem Stoffverzeichnis akkordiert werden und auch das Zusammenwirken der Inhaltstoffe wie deren Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Organismen enthalten.

Die Lückenschließung für Nanomaterialien könnte in REACH erfolgen, jene für SynBio-Materialien in einer neuen BSN-VO (EG) de lege ferenda; aber auch das Produktrecht ist zu adaptierten.

Das BSN-ExpG hätte verbrauchernahe und umweltoffene Fakten und Daten zur Risikobewertung zu erheben und die BSN-Beh könnte ggfs auch jederzeit einen Anwendungsstopp anzuordnen.

Parallel ist ein Monitoring-Programm zwecks Messung und Einschätzung der Belastungen für Mensch und Umwelt zu installieren. Ein begleitendes Monitoring und stete Risikoabschätzungen durch staatliche/unionale BSN-Beh, die sich aus BSN-ExpG zusammensetzen, könnten hier als zusätzliche Korrektive dienen. Selbst die versicherungsmathematische Abschätzung von Gefahrenpotenzialen kann hier dienlich sein, zumal die Interessen mit jenen der Allgemeinheit kongruent wären.

Letztendlich wird auch hier die Haftung von DIY-Biologen* in den Bereich des allgemeinen Haftungsrechts nach dem ABGB fallen, wobei in Ermangelung eines NanoTechR auch nicht mit der analogen Verletzung eines Schutzgesetzes iSd § 1311 Satz 1 Fall 2 ABGB zu argumentieren wäre.

EU-weite SynBio- und Nano-Register und BioTech-Register sind einzurichten und laufend zu aktualisieren.

Abb 88: Übersicht über die Aktualisierung der Nano-Datenbank nach Produktkategorien.[88]

Abb 89: Produkte für Konsum, Industrie, Gewerbe und Medizin in den einzelnen Kategorien.[89]

Umgang mit SynBio und NanoTech

 Themenschwerpunkt 165: NanoTech und SynBio [S. XXXIII:77].
  1. Umgang mit SynBio und NanoTech nur unter in strikter Befolgung des Vorsorgeprinzips.
    1. Sicherstellung der Rückholbarkeit bzw der Einleitung von Umkehrprozessen.
    2. Sonderbestimmungen bei Autoreproduktionspotenzialen.
  2. Öffentlicher Zugang der Nano-Register und BSN-Online-Register zwecks Transparenz.
  3. Sonderrechtliche Kategorisierung aller Neustoffe inkl Risikoeinstufung.
  4. Sonderrechtliche Kategorisierung aller bekannten Stoffe inkl Risikoeinstufung.
  5. Sonderrechtliche Kategorisierung aller neuen Verfahren inkl Risikoeinstufung.
  6. Sonderrechtliche Kategorisierung aller bekannten Verfahren inkl Risikoeinstufung.
  7. Bekanntmachung der Methoden und Verfahren zur Feststellung der Umweltschädlichkeit bzw Toxizität von Nano- und SynBio-Stoffen.
  8. Bekanntmachung der Beweislastgrenzwerte hins der Umweltschädlichkeit bzw Toxizität von Nano- und SynBio-Stoffen
  9. Präventionsrechtliche Maßnahmen für umweltoffene Entwicklungen und Anwendungen bei Expositionsgefahr der umweltrechtlichen Schutzgüter.
  10. Risikoabstufungen nach Risikogruppen.
  11. Staatliche Förderung der Grundlagenforschung:
    1. gesundheitliche Auswirkungen,
    2. ökologische Auswirkungen,
    3. soziale Auswirkungen,
    4. ethische Auswirkungen.
  12. Flächendeckende Errichtung von betreuten Biohackerspaces.
  13. Schaffung einer zukunftsorientierten offenen inter- und multidisziplinären Dialogplattform.
  14. Etablierung und Legitimierung EU-weiter BSN-Expertenbehörden, die sich aus BSN-ExpG zusammensetzen und unter parlamentarischer Aufsicht stehen.
  1. Kap XXI »Synthetische Biologie (SynBio)«, S. XVIII. XVIII:2 ff.
  2. Kap II. F. 3. j)»Basen-Editor-Methode«, S. 4345 ff.
  3. In Anlehnung an Polizzi (2013), trans-/interdisciplinarity of synthetic biology und an Synthetic Biology Foundry; [Adaption durch den Verfasser!].
  4. Vgl Ribarits A., Stepanek W., Wögerbauer M., Peterseil V., Kuffner M., Topitschnig C., Brüller W., Hochegger R., Gansberger M., Widhalm I. und Leonhardt C. (2014) Synthetic Biology. Bundesministerium für Gesundheit, Wien,
  5. “SynBio is the application of science, technology and engineering to facilitate and accelerate the design, manufacture and/or modification of genetic materials in living organisms.“, Final Opinion on Synthetic Biology, European Commission and the Scientific Committees on Consumer safety (SCCS), on Health and Environmental Risks (SCHER) and on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR) vom 23. bis 25. September 2014.
  6. RAE 2009a – Royal Academy of Engineering: „Synthetic biology aims to design and engineer biologically based parts, novel devices and systems as well as redesigning existing, natural biological systems.“.
  7. Synthetische Biologie, G I D Spezial, Nr 10, Dezember 2010, 4 (7): „Wissenschafter der unterschiedlichsten Fachrichtungen kommen zusammen, um biologische Systeme mit neuen, definierten Eigenschaften zu konzipieren. Dabei sollen die Systeme vornehmlich künstlich hergestellt bzw. nachgebaut werden, mit dem Ziel, neue biologische Komponenten sowie neuartige lebende Organismen, die in der Natur in dieser Form nicht bekannt sind, zu gewinnen. Geleitet von ingenieurwissenschaftlichen Prinzipien, werden dabei fortgeschrittene Methoden der Molekularbiologie, der rekombinanten Genetik [= Gentechnik – d. Red.] und der chemischen Synthese von biologischen Bausteinen vereint.“
  8. https://www.gen-ethisches-netzwerk.de/files/GID_spezial_10_einfuehrung_dez2010.pdf
  9. PCSBI 2010a – Presidential Commission for the Study of Bioethical Issues: New directions. The ethics of synthetic biology and emerging technologies, Washington D.C 2010, „Synthetic biology may be viewed from various perspectives, which together help to explain its utility and versatility. A common thread is that synthetic biology is a scientific discipline that relies on chemically synthesized DNA, along with standardized and automatable processes, to address human needs by the creation of organisms with novel or enhanced characteristics or traits.“ [Übersetzung durch den Verfasser!].
  10. EASAC 2010 – The European Academies Science Advisory Council) (2010): Realising European potential in synthetic biology, in: Scientific opportunities and good governance. EASAC policy report 13, EASAC Secretariat, Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, Halle (Saale) 2010, „The academies express their definition of synthetic biology in different ways but they agree on a core meaning: ‚the deliberate (re)design and construction of novel biological systems to perform new functions, that draws on principles elucidated from biology and engineering‘.“ [Übersetzung durch den Verfasser!].
  11. Sauter, A., Synthetische Biologie, Finale Technisierung des Lebens – oder Etikettenschwindel?, in: TAB-Brief Nr 39, 2001, 16 (16-23)..
  12. Die wissenschaftlichen Ausschüsse beschränkten den Umfang ihrer Analyse auf die absehbare Zukunft und erkannten an, dass ihre Ergebnisse je nach Entwicklung der SynBio-Technologie nach einigen Jahren erneut überprüft und aktualisiert werden sollten. Außerhalb des Geltungsbereichs der derzeitigen Mandate liegen spezifische, gründliche Analysen der sozialen, Governance-, ethischen und sicherheitstechnischen Auswirkungen sowie der Forschung an menschlichen Embryonen. Results of the public consultation on SCENIHR’s preliminary Opinion on the Synthetic Biology – Research Priorities [Übersetzung durch den Verfasser!].
  13. European Group on Ethics in Science and New Technologies.
  14. „The design of minimal cells/organisms (including minimal genomes); the identification and use of biological ‚parts‘ (toolkit); the construction of totally or partially artificial biological systems“, zitiert nach EGE, 2009; [Übersetzung durch den Verfasser!].
  15. „Anwendung von a) von In-vitro-Nukleinsäure-Techniken, einschließlich rekombinanter Desoxyribonukleinsäure (DNS) und der Direkteinspritzung von Nukleinsäure in Zellen oder Organellen, oder b) der Verschmelzung von Zellen über die taxonomische Familie hinaus, wodurch natürliche physiologische Grenzen für die Vermehrung oder Rekombination überschritten werden, sofern dies keine Techniken sind, die bei der herkömmlichen Zucht und Auswahl eingesetzt werden;“
  16. Kap XVII. »Do-it-yourself-Biologie (DIY-Bio) und DIY-Biologe*«, S. XVII:1.
  17. Themenkomplex Epigenetik – Epigenomik [S. XXXIII:77].
  18. Themenkomplex Biosafety und Biosecurity [S. XXXIII:77].
  19. Vgl Deutscher Bundestag am 07.01.2016, 18. Wahlperiode, Synthetische Biologie – die nächste Stufe der Bio- und Gentechnologie in: Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (18. Ausschuss) gemäß § 56a der Geschäftsordnung Technikfolgenabschätzung (TA), Drucksache 18/7216.
  20. Vgl dazu Buhk, H.-J. (2014), Synthetic biology and its regulation in the European Union, in: New Biotechnology 31 (6) 2014, 528-531; Pauwels, K., Mampuys, R., Golstein, C., Breyer, D., Herman, P., Kaspari, M., Pagès, J.-C., Pfister, H., Wilk, F. van der, Schönig, B., Event report: SynBio Workshop (Paris 2012) – Risk assessment challenges of Synthetic Biology, in: Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 8(3) 2013,215-226; EU-Kommission, SCHER, SCENIHR, Opinion on Synthetic Biology II Risk assessment methodologies and safety aspects, at their plenary on 29 April 2015, the SCHER and the SCCS by written procedure on 4 May 2015; DOI:10.2772/63529.
  21. S dazu etwas weiter unten den entsprechenden Definitionsansatz im en Original zu SynBio III.
  22. Vgl Sauter A., Albrecht St., Van Doren D. et al, Synthetische Biologie – die nächste Stufe der Bio- und Gentechnologie, in: Endbericht zum TA-Projekt, Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bunddestag, Arbeitsbericht Nr 164, 11/2015, 9 (331).
  23. Der Kampf gg Alzheimer findet nunmehr vorwiegend über die SynBio statt. Mittels CRISPR/Cas9 lässt sich eine Base im Alzheimer-Risikogen APOE4 austauschen. Gerade mit der neuen BE-Methode lassen sich Basen nicht bloß löschen und einsetzen, sondern umwandeln bzw durch neue Basen ersetzen und punktgenau korrigieren.
  24. „I’d be hacking biology instead of computers […] Creating artificial life with DNA synthesis. That’s sort of the equivalent of machine-language programming […]”; Zitat von Bill Gates im Interview mi Levy S., Geek Power: Steven Levy Revisits Tech Titans, Hackers, Idealists, in: Wired Magazine vom 19 April 2010.
  25. https://www.wired.com/2010/04/ff_hackers/
  26. Gewisse Bakterien, Bakteriophagen, Viren udgl.
  27. Themenkomplex Mutagenese [S. XXXIII:77].
  28. Öffentlich-rechtliche und zivilrechtliche Schutz- und Sondergesetze.
  29. Allgemeine Rechtsgrundsätze und Normen des ABGB.
  30. Sollte ein DIY-Biohacker* Bio-Waffen herstellen bilden jedenfalls die bestehenden Straf- und Nebenstrafgesetze die Basis für den deliktischen, zivilrechtlichen Schadensersatz. Derart verursachte ökologische Schäden sind kein gesondert abzuhandelnder Gegenstand der Untersuchungsfrage.
  31. Kap III. H. 4. f) »Verursacherprinzip: DIY-Biologe* und Biologen*«, S. 110 ff.
  32. Die Einordnung neuer SynBio-Verfahren ins GTR. Die Einordnung synthetischer Moleküle, wie sie in der Natur nicht vorkommen, in die Rechtsordnung. Bio-Bricks, die Biomaterialien nach dem Baukastenprinzip, wobei die immaterialgüterrechtliche Einordnung von neu entdeckten – im patentrechtlichen Sinne erfundenen – oder synthetisierten genetischen Codes nicht zu thematisieren sein wird. Das noch bzw nicht mehr zulässiges Entwicklungsrisiko und seine Grenzen; Kap XIX. »CRISPR/Cas-System«, S. XIX:11 ff; Kap XXII. »DIY-SynBio-Kits«, S. XX:30 ff.
  33. Haftungsrechtliche Aspekte spielen naturgemäß erst dann eine Rolle, wenn ein Schadensfall unmittelbar droht oder eintritt. In der Rechtswissenschaft wird zw der verschuldensabhängigen und verschuldensunabhängigen Haftung differenziert. Auch im Bereich der DIY-Bio, etwa mit dem nukleasegestützten GE – insb mit dem CRISPR/Cas9-System – muss ins beide Richtungen gedacht werden. Der Haftungsansatz kann zugleich ein öffentlich-rechtlicher als auch ein privatrechtlicher sein. Die Ansprüche können im Schadensfall erga omnes oder inter partes sein, wobei im Rahmen dieser Arbeit auf vertragsrechtliche Szenarien ex contractu nur bedingt eingegangen wird.
  34. Vgl ua Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG, EU-Richtlinie über Umwelthaftung zur Vermeidung und Sanierung von Umweltschäden (2004/35/EG), EU-Freisetzungsrichtlinie (2001/18/EG), Natur- und Landschaftsschutzgesetze mitsamt den Tier- und Pflanzenschutzverordnungen, GTG uvm.
  35. Die Xnobiologie umfasst dzt vier Wissenschaftsbereiche: Utrsprung des Lebens (insb die Abiogenese), Exobiologie (Entstehung und Existenz von außerirdischem Leben), Systemchemie (Informationsübertragung mittels kleiner Reaktionssysteme auf komplexe chemische Systeme) und die SynBio.
  36. Vgl Zellen mit Minimalgenom, Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., München.
  37. Synthese und Zusammenführung des 1,08 Megabasen großen Genoms: „Mycoplasma mycoides JCVI-syn 1.0“, vgl dazu Synthetische Biologie, G I D Spezial, Nr 10, Dezember 2010, 5 (7).
  38. Vgl Gibson et al, Creation of a bacterial cell controlled by a chemically synthesized genome in: Science, 2. Juli 2010,329 (5987):52-6. PMID: 20488990, DOI: 10.1126/science.1190719. Epub 2010 Mai 20.
  39. https://www.synthetische-biologie.mpg.de/7293/zellen-mit-minimalgenom
  40. „Es geht nicht um Veränderungen einzelner Gene oder Eigenschaften wie etwa bei transgenen Organismen, sondern um neuartige, bisher in dieser Form nicht existente, aus mehreren bis vielen Genen bestehende Genomabschnitte oder ganze Genome bis hin zu neuen Organismen (siehe oben). Dabei greift man auf die bewährten Technologien der Molekularbiologie, der rekombinanten Gentechnik, der chemischen Synthese von biologischen Bausteinen und besonders die Nukleinsäure-Synthesen zurück. Es gibt keine scharfe Grenzziehung zur herkömmlichen Gen- und BioTech;“ Ingenieure des Lebens, BIOPRO Magazin, Dossier vom 14.06.2010, BIOPRO Baden-Württemberg GmbH.
  41. Keine Rechtsnorm steht aktuell im Einklang mit der biblischen Genesis 1,1 bis 2,4a. Die SynBio ieS lässt sich kaum fassen, auch wenn „[…] Gottes Geiste über dem Wasser schwebte“, noch weniger in Gottes Worte, denn der diesmal Mensch sprach „[…] Es werde Licht. Und es wurde Licht.“ Buch Genesis, Kapitel 1, Gen 1,2 und 1,3.
  42. XNA – xeno nucleic acids; dt: Xenonukleinsäure.
  43. Schmid M., Xenobiology: A new form of life as the ultimate Biosafety tool, in: Bioessays, April 2010 32(4), DOI: 10.1002/bies.200900147, PMCID: PMC2909387, PMID: 20217844, 322-331, Figure 4.
  44. Biopolymere sind biologische Bausteine wie Gensequenzen oder Proteine.
  45. Ebda, Figure 4.
  46. 1 Petabyte entspricht 1015 Bytes.
  47. “Total of 2.14 × 106 bytes in DNA oligonucleotides!”, Erlich Y. Zielinski D., DNA Fountain enables a robust and efficient storage architecture, in: Science. 03.30.2017, Bd 355, Ausgabe 6328, 950-954, DOI: 10.1126/science.aaj2038.
  48. Vgl Jungmann R., Renner S., Simmel F.C., From DNA nanotechnology to synthetic biology, in: HFSP Journal, April 2008, 2(2):99-109, DOI: 10.2976/1.2896331, Epub 2008 Mar 19. PMID: 19404476. PMCID: PMC2645571.
  49. REACH – Regulation concerning the Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals. Dt: Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von chemischen Stoffen. Verordnung (EG) Nr 1907/2006, ABl L 2006/396/1-520; nationalrechtliche Transormation durch die Novelle des Chemikaliengesetzes, BGBl I Nr 7/2012 festgelegt.
  50. Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures.
  51. Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Februar 1998 über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten, Abl. L 1998/123/1-63.
  52. Verordnung (EU) Nr 528/2012 des europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Mai 2012 über die Bereitstellung auf dem Markt und die Verwendung von Biozidprodukten, Abl. L 2012/167/1-123.
  53. ISO – Internationale Organisation für Normung.
  54. Feynman R. P., There’s Plenty of Room at the Bottom, in: Engineering and Science, 23 (5), 1960, 22-36.
  55. Vgl Karbe Antje, Quantenmechanik trifft auf Biologie, idw – Informationsdienst Wissenschaft vom 12.12.2016.
  56. https://www.innovations-report.de/html/berichte/biowissenschaften-chemie/quantenmechanik-trifft-auf-biologie.html
  57. Vgl Major, F. G., The Quantum Beat. Principles and Applications of Atomic Clocks, Springer Sci-ence & Business Media, New York 2007 (482) und 2013 (475).
  58. Vgl Goya, G., Grazu, V. & Ibarra, M., Magnetic Nanoparticles for Cancer Therapy, in: Current Nanoscience, 2008, 4, 1-16.10.2174/157341308783591861.
  59. Österreichischer Aktionsplan Nanotechnologie, Wien, Dezember 2009, 3.
  60. Vgl Nano-Initiative – Aktionsplan 2010, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Berlin 2010.
  61. https://inplas.de/files/1684_nano_initiative_aktionsplan_2010_51322c.pdf
  62. „Ein Bündel von Maßnahmen zielt auf die Stärkung Österreichs als High-Tech-Standort ab.“, Österreichischer Aktionsplan Nanotechnologie, Wien, Dezember 2009, 4.
  63. „Im Umweltbereich zeichnen sich vielfältige Möglichkeiten etwa bei der Ressourcenschonung oder bei einer effizienten Wasseraufbereitung ab.“ ebda, Schavan Annette (Bundesministerin für Bildung und Forschung), im Vorwort.
  64. „Das BMU erwartet durch Nanomaterialien vielfältige wirtschaftliche Entwicklungen für den Umwelt- und Gesundheitsschutz und möchte diese aktiv voranbringen. […] Wegen der neuartigen Eigenschaften von Nanopartikeln hat sich das BMU im Sinne des Vorsorgeprinzips das Ziel gesetzt, die technische Entwicklung von Nanomaterialien mit einer aktiven Auseinandersetzung zu Sicherheitsfragen zu begleiten. Dazu sind vor allem geeignete Mess- und Prüfmethoden für eine umfassende Sicherheitsforschung zu entwickeln.“, ebda, Schlottmann Ulrich (Nanotechnologiebeauftragter des BMU), 8.
  65. „Der Einsatz nanotechnologischer Produkte eröffnet große Einsparpotenziale in Bezug auf Rohstoff- und Energieverbrauch und wird zugleich umweltschonende wirtschaftliche Kreisläufe befördern.“, ebda, Exner Klaus-Juergen (Nanotechnologiebeauftragter des BMWi), 10.
  66. FB 17: Paradoxon des Epimenides, S. 109 und FB 18: Pinocchios Lügen-Paradoxon S. 109 in Kap III. H. 4. e) »Der Umgang mit Paradoxa«, S. 109110 ff.
  67. „[…] Bedarf innovativer diagnostischer und therapeutischer Methoden und Wirkstoffe in der modernen Medizin. Dabei werden mit der Nanotechnologie hohe Erwartungen verbunden.“, Nano-Initiative – Aktionsplan 2010, Meier Michael (Nanotechnologiebeauftragter des BMG), 10.
  68. „Im medizinischen Bereich eröffnen sich neue Diagnostik- und Therapieverfahren. Die Tatsache, dass bestimmte Nanopartikel aufgrund ihrer Kleinheit die Blut-Hirn-Schranke passieren können und vom Immunsystem des Menschen nicht als Fremdkörper erkannt und daher auch nicht bekämpft werden, ergibt für medizinische Anwendungen hoch interessante Perspektiven. Mögliche Nebeneffekte müssen dabei von vornherein bedacht und erforscht werden.“, ebda, Schavan Annette (Bundesministerin für Bildung und Forschung), im Vorwort.
  69. Vgl Kaiser M, Über Folgen: Technische Zukunft und politische Gegenwart, Dissertation zur Erlangung der Würde eines Doktors der Philosophie, Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel, Basel, 2013, 19 f (384) uA mVwa Wullweber J., Nanotechnology – An Empty Signifier à venir? A Delineation of a Techno-socio-economical Innovation Strategy“. Science, Technology & Innovation Studies 4 (1), 2008, 27-45.
  70. Vgl Österreichischer Aktionsplan Nanotechnologie, Wien, Dezember 2009, 4.
  71. Vgl ebda.
  72. https://www.bmvit.gv.at/innovation/downloads/aktionsplan_nanotechnologie.pdf
  73. „Die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Hinblick auf die Sicherung eines hohen Schutzniveaus für die Umwelt und die menschliche Gesundheit, sind zu überprüfen und nötigenfalls weiter zu entwickeln. Der österreichische Aktionsplan gibt dementsprechend auch Leitlinien der österreichischen Position zur Berücksichtigung auf europäischer und internationaler Ebene vor.“, ebda, 4; [Hervorhebungen entsprechen dem Original!].
  74. Novel Food VO – Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2015 über neuartige Lebensmittel, zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates und der Verordnung (EG) Nr. 1852/2001 der Kommission (Text von Bedeutung für den EWR), ABl L 2015/327/1-22
  75. FB 102: Toxikologisches Einwirkungsexperiment oder Paracelsus im Nachbarrecht. (§)
  76. Paracelsus – Die dritte Defension wegen des Schreibens der neuen Rezepte, in: Septem Defensiones 1538, Werke, Bd 2, Darmstadt 1965, 510.
  77. http://www.zeno.org/Philosophie/M/Paracelsus/Septem+Defensiones/Die+dritte+Defension+wegen+des+Schreibens+der+neuen+Rezepte
  78. ErwG 26 Novel Food VO.
  79. Umfragen: Kap II. F. 3. b)19 »Gentechnik: Bauchgefühl-Paranoia und Medien-Hysterie«, S. 19 f und Ausführung: Kap II. F. 7. »Unvoreingenommene Bewertung der DIY-Bio-Verfahren«. S. 62 ff.
  80. Nano-Initiative – Aktionsplan 2010, 12.
  81. Quelle: Global 2000, Themenbroschüre zur Nanotechnologie.
  82. ECHA – Europäische Chemikalienagentur.
  83. Über 300 Produkte weltweit enthalten Nano-Silber, darunter Deodorants, Zahnpasta, Nahrungsergänzungsmittel uvm. Die durch das Nono-Silber induzierten Silberablagerungen führen potenziell zu neuro(patho)logischen Erkrankungen.
  84. Nano-Argentum 10 ist ein regulatorischer Sonderfall, darf jedoch in Österreich gem Gemäß der österr Düngemittelverordnung vom 27.2.2004 als sog Pflanzenhilfsmittel vertrieben werden.
  85. NanoSys GmbH, Wissenswertes über Nano-Argentum 10 vom 21.11.2005.
  86. Kap XIII. »DIY-Bio: Produktbezogenes Haftungsrecht (PHR)«, S. 918 ff.
  87. Entsprechend der Nanodatenbank der »Steering Group 1« mit relevanten Studien zur Nanosicherheit. Die Datenbank der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat im März 2009 über 450 Einträge umfasst. Ende Juli 2014 sind 492 Einträge, darunter 398 Konsumprodukte sowie 94 Arzneimittel sowie Produkte für Industrie bzw. Gewerbe, eingetragen gewesen.
  88. Greßler S., Gazsó A., Nano-Konsumprodukte in Österreich – Aktualisierung und Adaptierung der NanoTrust-Datenbank, in: Nano Trust Dossiers Nr 041, Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien im November 2014, Abb 1, 3 (5).
  89. Ebda, Abb 2. Vergleich der Anzahl aller Einträge (Produkte für Konsum, Industrie, Gewerbe und Medizin) in den einzelnen Kategorien in der NanoTrust-Datenbank (Stand 12/2010) und der NanoMia-Datenbank (Stand 7/2014)